Jahresbericht des Präsidenten

JAHRESBERICHT des Präsidenten 2020

Einleitung

Das Jahr 2020 war ein besonderes. Das Corona-Virus war in aller Munde. Die daraus resultierenden Covid-19-Massnahmen beeinflussten das Wirtschaftsleben, das Gesundheitswesen aber auch den – für uns Rentner wichtigen – gewohnten Alltag mehr oder weniger stark. So wurde auch unser Veranstaltungskalender beeinträchtigt und der Turnbetrieb in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem will ich versuchen, die ordentlichen und eben oft auch ausserordentlichen Ereignisse in diesem Jahresbericht zusammen zu tragen und in Erinnerung zu rufen. 

Auch dieser Jahresbericht wurde eigentlich zuhanden der Generalversammlung verfasst. Es fehlt aber ein Datum, weil die vorgesehene GV nicht physisch stattfinden wird. Sieh Nachtrag am Ende des Berichts.

Vorstandsarbeit

Die Mitglieder des Vorstandes und die Revisoren wurden anlässlich der GV vom 8. März 2018 für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren gewählt. Die bisherige Zusammensetzung blieb erhalten:

Präsident                          Hans-Jörg Degen

Kassier und Aktuar            Ernst Walther         

Leiter Fitness                    Erwin Siffert

Veranstaltungen                Peter Geiger

Beisitzer / Veteranen        Dieter Wunderlin

Revisoren                         Franz Faulstich / Ludwig Spuhler

Auch im Jahr 2020 hat sich der Vorstand zweimal zu einer abendlichen Vorstandssitzung zusammengefunden, um die anstehenden Geschäfte zu besprechen. 

23. Januar 2020          Vorbereitung Generalversammlung

02. November 2020     Jahresprogramm / Finanzen / Corona und MTV

Dazwischen hat die Corona-Situation natürlich auch uns immer wieder beschäftigt. Wir waren aufgerufen, die diesbezüglichen Bestimmungen zur Kenntnis zu nehmen, die entsprechenden Regelungen umzusetzen und die für uns relevanten Massnahmen weiterzugeben. Dank der Möglichkeit mittels Email miteinander kommunizieren zu können, konnten wir uns regelmässig und zeitnah austauschen und darauf verzichten, uns an weiteren Sitzung treffen zu müssen. Diese Form der Zusammenarbeit war sehr hilfreich und effektiv. 

Mit einem kurzen Einschub seien diese coronabedingten Ereignisse dokumentieren:

28.02.2020        Der Bundesrat stuft die Situation als «Besondere Lage» ein.

11.03.2020        Die WHO ruft die Pandemie aus.

16.03.2020        Der Bundesrat erklärt die Situation als «Ausserordentliche Lage»

17.03.2020        Mitteilung der Gemeinde: Turnhallen bleiben geschlossen
                         >>Turnbetrieb bleibt bis auf weiteres eingestellt.

11.05.2020        Erste Lockerungen. Viele Notmassnahmen werden wieder aufgehoben.
                        >> Turnen mit Schutzkonzept wieder erlaubt.

05.06.2020        Schutzkonzept für den Trainingsbetrieb ab 06. Juni 2020 erstellt und        
                         vom lokalen Koordinator bestätigen lassen.

07.06.2020        Vorgesehene Sommerwanderung fällt aus resp. wird verschoben.
                         >> Herbstwanderung auf Sonntag, 25. Oktober terminiert.

12.06.2020        Erste Turnstunde mit Corona-Schutzkonzept (9 Teilnehmer)

23.10.2020        Die zweiter Welle rollt an, die Beschränkungen werden verschärft. Wir             sehen uns gezwungen, die Turnstunden bis Ende Jahr auszusetzen. Auch die auf den Herbst verschobene Wanderung fällt aus.

Auch im Vereinsjahr 2020 waren die üblichen Verbandsanlässe vorgesehen. Nur einer konnte realisiert werden.

29.01.2020   Präsidententreffen im Rathaus zwecks Koordination der Terminkalender der Vereine und Institutionen Rhein-feldens. Wie gewohnt wurde dabei auf die wichtigsten Anlässe hingewiesen, die im Laufe des Jahres geplant waren. Zu erwähnen wären hier: Das Mittelalterfest, andiamo schweiz.bewegt und die Fasnacht.

Oktober         Weiterbildungsanlass und Präsidententreffen organisiert durch die Sportkommission  
                     >>  abgesagt!

Dezember     Delegiertenversammlung des Kreisturnverbandes Fricktal in Oeschgen  
                     >>  abgesagt!

                     Die DV wird in elektronischer Form durchgeführt; zwei Delegierte unseres Vereins
                     (Erwin Siffert, Hans-Jörg Degen) nehmen per Email daran teil.

Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.

Marie von Ebner-Eschenbach

Turnbetrieb

Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu nehmen.

Unser technischer Leiter Erwin Siffert wird in seinem separaten Bericht Auskunft über den eigentlichen Turnbetrieb geben. Ich beschränke mich darauf, ein paar spezielle Turnstunden zu erwähnen:

13.03.2020         Letzte Turnstunde vor der Schliessung der Turnhalle

Danach fielen drei Turnstunden bis zu Frühlingsferien aus und nachher mussten weitere sechs gestrichen werden.

12.06.2020         Der Turnbetrieb wurde mit den Verfügungen des Corona-Schutzkonzepts
                         wieder aufgenommen. 

Bis zur Sommerpause konnten wir vier Turnstunden geniessen. Die anfängliche Teilnehmerzahl von 9 wuchs schliesslich auf 14 an.

Nach der Sommerpause schien vorerst alles nach Normalbetrieb unter Schutzkonzeptabzulaufen. Aber eine zweite Ansteckungswelle durch das Covid-19-Virus im Laufe des Septembers machte erneut einen Strich durch die Rechnung. Mitte Oktober sahen wir uns veranlasst den Turnbetrieb bis Ende des Jahres erneut auszusetzen.

Im endlosen Kampf zwischen Stein und Wasser gewinnt immer das Wasser nicht wegen seiner Kraft, sondern wegen seiner Ausdauer.

Mutationen / Jubiläen

 Bestand 01. Januar 2020               Aktive        14
                                                         Passive       08

                                                         Gönner       25              total  47

    Eintritte 2020                                                     0

    Austritte 2020 (Wegzug)                  Gönner        1

—  Bestand 31. Dezember 2020          Aktive         14
                                                          Passive        08                                                                
                                                          Gönner        24              total  46

 

—  Jubiläen 2020

         45 Jahre Vereinsmitgliedschaft     Wunderlin Dieter

         40 Jahre Vereinsmitgliedschaft     Deck Alderich

                                                              Frei Markus

                                                              Heer Gerhard

                                                              König Hanspeter

                                                              Vogel Rudolf

                                                              Wagner Charly

 

    Mit diesen vier „Neuzugängen“ erhöht sich die Menge der Ü40 auf 13.

 

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an und handelt. (Dante Alighieri)

 

Besondere Anlässe

Sonntag, 12. Januar 2020
Winterausmarsch Männerturner Rheinfelden

Das Jahr hatte begonnen, die erste Turnstunde – zeitgleich mit dem städtischen Neujahrsempfang – war über die Bühne gegangen, also war wieder Zeit für unseren ersten gesellschaftlichen Anlass: Die Winter-wanderung. Am Sonntag trafen sich dreissig zum Wandern bereite Frauen und Männer nach dem Mittag auf dem Bahnhof Rheinfelden, um sich mit der Bahn nach Möhlin, unserem Ausgangsort für die Winterwanderung, fahren zu lassen. Willy kam mit dem Velo vorbei und teilte mit, dass er uns von Möhlin aus mit dem Fahrrad begleiten würde, weil ihm ein böser Zeh das Laufen schwer mache.

Kurz nach halb zwei ging’s los. Bei angenehmer Winterkühle und etwas bedecktem Himmel wanderten wir in angemessenem Tempo dem Bahndamm entlang, umrundeten die eindrücklichen Saldomes der Saline Rheinfelden und erreichten über Feldwege den Neumatthof. Weiter über den Metzgerholzweg gelangten wir zur Römischen Warte, die über dem Rhein thronend einen schönen Ausblick Richtung Nordwesten bietet. Gerade rechtzeitig, um diesen zu geniessen, zeigte sich die Sonne. Um das Verweilen etwas kurzweiliger erleben zu lassen, servierten uns Susi und Charly einen kühlen Apéro. Wir durften weissen Kerner aus Cäsis Bestand und Roten aus meinem Keller geniessen; dazu gehörte auch der bereits traditionelle Neujahrszopf aus Greti’s Küche. Dieser Zwischenhalt bot auch die ideale Gelegenheit um eine Grusskarte für Slavica zu unterschreiben und das bereitstehende Geschenkkässeli zu füttern.

Der Weitermarsch führte uns hinunter zum Kraftwerk und anschliessend auf dem Rheinweg Richtung Stadtpark Ost und Stadtpark West ins Städtli, wo wir, den Zeitplan recht gut einhaltend, gegen 16 Uhr im Restaurant Rössli eintrafen. Slavica hatte für uns als geschlossene Gesellschaft das Lokal am Sonntag geöffnet und für dreiunddreissig Personen aufgedeckt; neunzehn Männerturner wurden von vierzehn Frauen begleitet. Während die Serviererin dafür besorgt war, dass unser aller Durst gestillt werden konnte, wirkte die Wirtin in der Küche. Die angeregten Gespräche liessen es in der Gaststube immer lauter werden. Dies änderte sich erst – und nur vorübergehend – als uns das vorbestellte Menü serviert wurde. Alles frisch zubereitet: Salat, Kartoffelstock und Hacksteak an einer rassigen Pfeffersauce. Wir haben es uns schmecken lassen. Und auch das Dessert, das nicht bestellt war und uns von Slavica spontan angeboten wurde, fand Anklang und seine dankbaren Abnehmer. 

Nun durfte ich im Namen des Männerturnvereins, der mit Bedauern den baldigen Weggang von Salvica als Wirtin vom Rössli verkraften muss, eben diesen bevorstehenden Abschied ansprechen und unseren Dank für die vielfach genossene Betreuung und Bewirtung mit einem kleinen Präsent und einem Umschlag mit dem gerundeten Geldbetrag, der beim Zwischenhalt ins Geschenkkässeli geflossen war, zum Ausdruck bringen. Ich denke, die Überraschung kam an und dürfte Slavica gefreut haben. Also revanchierte sie sich gleich mit einem feinen Grappa, den sie für alle offerierte, die noch mithalten wollten. Nur wenige verzichteten auf dieses "Verrisserli" zum Nachtisch. 

Unterdessen war es dunkel geworden. Man verabschiedete sich gebührend, bevor sich die fröhliche Runde in kleine Grüppchen auflöste, die sich in verschiedenen Richtungen auf den Heimweg machten. 

Teilnehmer: Herda und Lothar Anthes / Marlene und Fritz Blaser / Greti und Hans-Jörg Degen / Monika und Edi Feldmann / Hedy und Kurt Gauch / Otti Geiger / Vreni und Hans Gilgen / Herbert Haug / Hans Koch / Brigitte und Hanspeter König / Willy Neeser / Christa und Alois Püntener / Dieter Scheidgen / Gerlinde und Markus Schumacher / Zita und Erwin Siffert / Ruth und Charly Wagner / Berty und Ernst Walther / Hedy und Robi Weber / Ursi und Cäsi Widmer

 

Donnerstag, 05. März 2020
Generalversammlung

Nachdem wir viele Jahre unsere jährliche GV im Hotel Schiff durchführen konnten, mussten wir uns in diesem Jahr für eine neue Lokalität umsehen. Im Hotel Schiff stehen bald Umbauarbeiten respektive Umnutzungen an, darum konnten wir nicht mehr dort tagen.

Bei der Suche nach einem Ersatzlokal mussten wir feststellen, dass es in Rheinfelden gar nicht so einfach ist, eine geeignete Räumlichkeit – zu einem vernünftigen Preis – zu finden.

Schlussendlich wurden wir beim Rhein Club fündig, der uns sein Depotstübli günstig zur Verfügung stellte. Dreissig Vereinsmitglieder fanden schliesslich am 5. März 2020 den Weg an den Rhein.

Corona war anfangs März bereits andeutungsweise ein Thema. Die Desinfektion der Hände und der Verzicht auf den Handschlag waren empfohlen. Darum kam der von Albert Lang spendierte Apéro, mit dem er uns nachträglich an seinem 80. Geburtstag teilhaben liess, ganz gelegen. Statt uns zur Brgrüssung die Hände zu reichen, konnten wir das Glas erheben und miteinander anstossen. Vielen Dank Albert!

Um 19 Uhr schritten wir zum obligaten GV-Nachtessen. Die Metzgerei Tschannen von Magden servierte Beinschinken mit Kartoffelsalat und Brot. Der nachher gereichte Kaffee wurde mit Süssigkeiten aus Siffert’s und Degen’s Backstuben bereichert.

Pünktlich um Viertel nach acht konnte ich die eigentliche Versammlung eröffnen. Die vorgesehenen Traktanden waren bis halb zehn abge-arbeitet und danach waren die Versammlungsteilnehmer wieder in eine regnerische Nacht entlassen. Erst im Nachhinein wurde uns bewusst, dass wir diese GV „mit dem letzten Zwick“ hatten durchführen können. 

Den ganzen Abend wurden wir durch Tobias Feldmann vom Rheinclub aufmerksam betreut und mit Getränken versorgt. Vielen Dank für diese nicht selbstverständliche Unterstützung. 

 

Freitag, 14. August 2020
Erste Turnstunde nach der Sommerpause  

Wie in all den Vorjahren hatten wir auch diesen Saisonstart nach der Sommerpause für einen etwas speziellen Anlass reserviert. Bereits um 19 Uhr versammelten sich zwanzig MTV-Mitglieder, um bei der ersten gemeinsamen "Turnstunde" nach dem Ferienunterbruch dabei zu sein. Ein kurzer Spaziergang in den Stadtpark diente dem Einlaufen. Ein intensiveres Aufwärmen war nicht nötig, der schöne Sommertag lieferte bereits die nötige Betriebstemperatur für die nun anstehende sportliche Lektion. 

Die Buvette am Rhein überliessen wir für einmal den anderen Feierabend-gästen. Wir hatten auf dem Kiesplatz unter den schattenspendenden Trauerweiden und Kastanienbäumen etwas anderes, ambitionierteres im Sinn. Nach einer kurzen, sich nur auf das Nötigste beschränkende Instruktion in die hohe Kunst des Pétanques-Spiels1) durch Dieter Wunderlin, legten wir aufgeteilt in drei Gruppen unbeschwert los. In jeder Gruppe spielten jeweils zwei gleich grosse Mannschaften gegeneinander. Das Können und die geschickte Beurteilung und Ausnutzung des Geländes erwiesen sich als ebenso wichtig wie das Glück, das manchmal auch den mutigen Laien einen professionellen Wurf gelingen liess. Ganz gleichgültig, ob man mit seinem Wurf versuchte, der Zielkugel möglichst nahe zu kommen oder eine gegnerische Kugel von dieser weg zu befördern, die sportliche Herausforderung war gegeben, der Erfolg kaum vorhersagbar – aber der Spass gewiss. 

Nach kurzweiligen neunzig Minuten und einer bereits gut wahrnehmbaren Dämmerung packten Fernando und Dieter ihre uns zur Verfügung gestellten Kugeln wieder ein. Sie konnten erfreut feststellen, dass keine der Stahlkugeln allzu weit vom Ziel abgekommen und im Rhein gelandet wäre. Zurück in der Garderobe war gründliches Händewaschen angesagt, bevor wir uns zu Tisch setzen durften. 

An vier Festgarnituren hinter der Turnhalle wurde Platz genommen, mit einem kühlen Bier angestossen und ein Waldfest genossen. Auch für den Nachtisch war gesorgt: Kaffee, Kuchen und Mandelstangen – aus Erwin’s Küche – fanden bald ihre Liebhaber. Dem gemütlichen Beisammensein konnte auch die hereinbrechende Dunkelheit nichts anhaben, denn LED-Tischlampen spendeten genügend Licht um die angeregten Unterhaltungen nicht ins Dunkle laufen zu lassen. Offenbar war aber einer nicht bereit, die gemütliche Runde noch etwas länger tolerieren zu wollen. Kurz nach halb elf liess Petrus aus einer offenbar dunklen Wolke einen kleinen Regenguss niedergehen. Weil um diese Zeit auch mit einem Blick zum Himmel nicht auszumachen war, wie lange und wie heftig es wohl regnen würde, wurde schnell ab- und aufgeräumt. Schade, aber es wird sich bestimmt bald wieder eine Gelegenheit geben, sich gemütlich zusammen zu finden. Nach coronagerechter Verabschiedung waren alle bestrebt, möglichst rasch und möglichst trocken nach Hause zu kommen.

Für den sportlichen Teil waren Dieter und Fernando zuständig. Bei der Organisation und Durchführung des zweiten Teils des Anlasses unterstützen mich Erwin und Lothar. Diesen Kameraden sei ganz herzlich gedankt. Ein ganz besonderes Dankeschön geht zum Schluss aber an Willy Neeser, der für die gesamte Verköstigung aufkam, um uns so an seinem 80. Geburtstag teilnehmen zu lassen, den er vor einem Monat – in der Ferienzeit – feiern konnte.

1)  Pétanque ist ein dem Boule-Spiel zugeordneter Präzisionssport. Dabei versuchen zwei Mannschaften, eine bestimmte Anzahl von Kugeln so nahe wie möglich an eine vorher ausgeworfene Zielkugel zu werfen. Im Wettkampf stehen sich jeweils drei Spieler (Triplette), zwei (Doublette) oder nur einer (Tête-à-tête) gegenüber. 

Teilnehmer:  Anthes Lothar / Blaser Fritz / Degen Hans-Jörg / Feldmann Edi / Gauch Kurt / Geiger Otto / Geiger Peter / Koch Hans / König Hanspeter / Lang Albert / Neeser Willy / Raggini Fernando / Schenker Stephan / Schnyder Toni / Siffert Erwin / Spuhler Ludwig / Wagner Charly / Walther Ernst / Weber Robert / Wunderlin Dieter 

 

Wenn du nicht fliegen kannst, dann renne, Wenn du nicht rennen kannst, dann schreite, Wenn du nicht schreiten kannst, dann krieche.

Egal, was du machst, gehe vorwärts.

         Martin Luther King, Jr.

 

Donnerstag, 27. und Freitag, 28. August 2020     
zweitägige Turnfahrt

Erstmals sollte in diesem Jahr die Turnfahrt nicht über das Bettags-Wochenende stattfinde. Weil alle potentiellen Teilnehmer unterdessen im Pensionsalter sind, müssen wir nicht unbedingt an einem Wochenende unterwegs sein. Darum hatten wir für 2020 den Termin für die Zweitägige auf Donnerstag 27. August und Freitag 28. August festgelegt. Peter hatte uns an der GV als vorläufiges Ausflugsziel das Elsass in Aussicht gestellt. Dann kam das Coronavirus, das so vieles durcheinander wirbelte. Und für uns stellte sich plötzlich die Frage, ob wir überhaupt eine Turnfahrt durchführen können oder wollen. Anfangs Juni teilte uns Peter mit, dass er auf das Reiseziel Elsass verzichten wolle und auf der Suche nach Alternativen in der Schweiz sei. Gleichzeitig wollte er in einer kleinen Umfrage die Meinung der Männerturner zum Thema Turnfahrt unter bestimmten Corona-Auflagen erforschen. 

Anfangs Juli präsentierte uns Peter ein alternatives Reiseprogramm im Gebiet Thuner- und Brienzersee für den vorgesehenen Termin. Und siehe da: Bis Mitte Juli bekundeten 18 Vereinsmitglieder durch ihre Anmeldung ihr Interesse, auch in diesem Jahr bei einer Zweitägigen dabei sein zu wollen. 

Und diese Achtzehn versammelten sich dann am 27. August vollzählig, erwartungsvoll und pünktlich auf dem Schützenparkplatz. Um 07.30 starteten wir im komfortablen Kleinbus der Gautschy Bus AG mit Benni hinter dem Lenkrad Richtung Bern. Trotz – freiwilligem – Maskentragen war eine Unterhaltung möglich und schon bald ganz angeregt und selbstverständlich. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Grauholz ging es zügig weiter über Thun, Interlaken nach Habkern, dem schmucken Bergdorf am Fusse des Augstmatthorns. (Zur Erinnerung: Auf der Turnfahrt im Jahre 2009 hatten wir in diesen Ort übernachtet.) Im Garten des Restaurants Bären wurden wir bereits erwartet und umgehend mit Kaffee und Gipfeli versorgt. Dermassen gestärkt wechselten wir zur nebenanliegenden Alphornbau-Werkstatt Bernatone. Der Chef persönlich, Heinz Tschiemer, nahm uns in Empfang, orientierte uns in einem kurzen Referat über die geschichtliche Entwicklung und den Stellenwert des Alphorns im alpinen Brauchtum. Danach erklärte er uns in der Werkstatt die einzelnen Arbeitsschritte, die aus Fichtenholz ein rohes Alphorn werden lassen, das dann noch zum Schutz mit Rattan ummantelt wird. Die Fichten stammen aus der Gegend und sind in Wäldern über 1400 m. ü. M. gross geworden. In dieser Höhe wachsen die Bäume nur langsam und dadurch ist das Material sehr kompakt; die Jahrringe sind kaum zu erkennen. Ans Werk gehen die Tschiemer’s nicht mehr mit Stechbeutel und Schnitzmesser, sondern mit modernen CNC-Maschinen. So werden auch die Mundstücke aus Oliven- oder Buchsbaumholz maschinell in vielen Variationen hergestellt. Dennoch steck in jedem Instrument nach wie vor sehr viel Handarbeit gepaart mit handwerklichem Geschick und viel Erfahrung. Die ebenso kurzweilige wie informative Führung und Besichtigung musste natürlich noch mit einer musikalischen Kostprobe abgeschlossen werden. Ein Mitarbeiter wischte kurzerhand die staubigen Hände an der Schürze ab, trat mit einem schönen Instrument vor das Haus und intonierte einige Stücklein, mit denen er uns zeigte, dass der Könner mit diesem Naturtoninstrument durchaus eine Bandbreite von drei bis vier Oktaven bedienen kann. 

Nach diesem kulturellen Abstecher ging es mit dem Bus wieder hinunter nach Interlaken und dann weiter zum Ausgangspunkt der ersten Wanderetappe. Um 12.30 Uhr entliess uns der Busfahrer beim GrandhoteGiesbach. Mit dem kurzen Abstieg zum See mussten wir uns die Mittagspause verdienen. Im Bereich der Schiffanlegestelle und der Talstation der historischen Standseilbahn, die zum Hotel hochführt, konnten wir uns bequem niederlassen und uns mit dem im Rucksack Mitgebrachten stärken. Abschliessend offerierte uns Ruedi ein "Wässerli", das uns auch den nötigen Schwung für die anschliessende Wanderung entlang des Brinzersees verlieh. Nach rund zwei Stunden auf einem angenehmen Uferweg erreichten wir Iseltwald. In einem Gartenrestaurant durften wir uns von Peter Locher einladen lassen, unseren Durst mit Bier oder Most zu stillen. Besten Dank! 

Von Iseltwald liessen wir uns zu unserer Unterkunft Hotel Meielisalp oberhalb Leissigen fahren. Nach dem Zimmerbezug unternahmen noch viele einen kurzen Abstecher zu der eindrücklichen 144 m langen Hängebrücke, die ein 60 m tiefes Tobel überspannt und Teil des Panaromawegs Thunersees ist.

Etwas ausgeruht und frisch geduscht traf man sich um 18.30 Uhr auf der Sonnenterasse zum Apéro, der freundlicherweise von Peter Geiger gespendet wurde. Mit einem Glas in der Hand durften wir anstossen und die schöne Abendstimmung über dem Thunersee geniessen. Herzlichen Dank! Im Speisesaal wurde unterdessen mit anticoronalem Abstand aufgetischt und schon bald konnten wir uns ein feines dreigängiges Menu schmecken lassen, das keine Wünsche offen liess. Die einen gingen bald nach dem Essen auf ihre Zimmer; andere genehmigten sich noch einen Schlummerbecher, der von Kurt offeriert wurde. Dankeschön! Alle kamen sicher weit vor Mitternacht zur Ruhe. 

Ein Blick aus dem Fenster am Morgen des Freitags stimmte hoffnungsvoll. Der Nisen präsentierte sich mit einem goldigen Anstrich, die Sicht auf See und Niederhorn war unverhüllt – die Wettervorhersagen bestätigten sich. Nach dem Morgenessen und dem Verlad des Gepäcks bestiegen wir einmal mehr den Bus und liessen uns von Beni über Interlaken, Brienz, Brünig nach Hasliberg Wasserwendi fahren. Noch einmal mussten wir den Rucksack schnallen und die Wanderschuhe fester binden. Und schon schritt Peter voraus und führte uns zielsicher auf dem gut ausgebauten Panoramaweg in rund zwei Stunden auf die Brünig-Passhöhe. Auch das anschliessende Mittagessen im Aussenbereich des Restaurants Waldegg konnten wir bei angenehmer Temperatur und absolut regenfrei geniessen – die Wetterprognosen sahen anderes vor. Fast hätte ich es vergessen. Auch bei dieser Einkehr fand sich in der Person von Peter Lecsko ein Spender für eine erste Runde. Dankeschön!

Auf der anschliessenden Heimfahrt machten wir in Lungern nochmals Halt, um einen Blick in den Keller einer Alpkäserei zu tun und ein Stück würzigen Alpkäse als Mitbringsel zu erstehen. Dank der vakuumierten Verpackung, war auch die weitere Busfahrt durch keinerlei alpkäsige Gerüche beeinträchtigt. Erstaunlicherweise brach auch die lebhafte Unterhaltung kaum ab, die sonst oft übliche Mittagsschlafstille blieb aus. Ob uns Peter wohl zu wenig gefordert hatte?

Endlich zeigte sich irgendwo auf der Höhe von Luzern der angekündigte Wetterwechsel mit einsetzenden Regenschauern. Bei der Ankunft gegen 17 Uhr in Rheinfelden war es feucht, trübe und spürbar kühler geworden. Was aber der guten Stimmung und der Freude über eine gelungene Zweitägige keinen Abbruch anhaben konnte. Sicher wird uns Peter auch im nächsten Jahr mit einem tollen Vorschlag motivieren können, dabei zu sein. Jedenfalls danke wir ihm ganz herzlich für die Organisation und tadellose Durchführung dieser Turnfahrt. Der Aufwand war in diesem Jahr noch grösser, musste er doch relativ kurzfristig umdisponieren, für eine geeignete Unterkunft sorgen und ein interessantes Angebot auf die Wege bringen.

Vielen Danke auch allen Teilnehmern, die sich trotz Covid-19 nicht davon abhalten liessen, dabei zu sein – und sich gewiss auf die nächste Zwei-Tägige freuen.

Teilnehmer: Anthes Lothar / Bloch Ruedi / Degen Hans-Jörg / Feldmann Edi / Gauch Kurt / Geiger Peter / Koch Hans / Lecsko Peter / Locher Peter / Neeser Willy / Roduner Oscar / Schenker Stephan / Schnyder Toni / Siffert Erwin / Spuhler Ludwig / Weber Robert / Widmer Cäsar / Wunderlin Dieter

  

Freitag, 11. Oktober 2019 (Herbstferien)
Kegelabend in Kaiseraugst

Zwischen Sommer- und Herbstferien wurden nur sechs ordentliche Turnstunden durchgeführt. Das Sicherheitskonzept wurde durchgesetzt, die Hygieneregeln eingehalten und so konnten wir alle getrost in die Herbstpause – nicht zu verwechseln mit einer Quarantäne – entlassen werden. Um in der turnfreien Zeit nicht ganz einzurosten, haben sicher ganz viele die schönen Herbsttage für ein persönliches Bewegungsprogramm im Freien genutzt. Aber auch der Verein hat mit seiner Einladung zum Kegeln diesbezügliche Anstrengungen zu unterstützen versucht. 

Am 09. Oktober 2020 trafen sich vierzehn Rechtshänder (Wie kegeln wohl Linkshänder?) am Bahnhof Rheinfelden und liessen sich maskenbewehrt mit dem Bus der Linie 84 ins Liebrütizentrum in Kaiseraugst befördern. Im dritten Untergeschoss waren drei Kegelbahnen für uns reserviert, also konnten wir uns in drei Gruppen aufteilen und so immer etwas Abstand voneinander halten. Nachdem wir uns auf eine einheitliche Zählweise verständigt hatten, rollten um punkt 18 Uhr die ersten probeweise gestossenen – oder müsste es heissen: geschoben, geschossenen oder gerollt – Kugeln Richtung Kegel. 

Zum besseren Verständnis sei hier der einschlägige Wikipedia-Eintrag eingeschoben:

Kegeln ist eine Präzisionssportart, bei der ein Spieler von einem Ende einer glatten Bahn aus mit kontrolliertem Schwung eine Kugel ins Rollen bringt, um die am anderen Ende der Bahn aufgestellten neun Kegel umzulegen. Die Kegel sind dabei gleichmäßig in Form eines Quadrats angeordnet, das auf der Spitze steht.

Alles klar? Sicher doch! Wir spielten zweimal 10 Runden, wobei jeder Spieler pro Runde zwei Würfe hintereinander ausführte. Das heisst, jeder Sportler kam so auf 40 zählende Würfe, mit denen er theoretisch 360 Kegel fällen konnte. Zum Glück mussten wir die gefallenen Kegel – auch wenn es selten alle Neune waren – selbst wieder aufstellen. Die Kegelbahnen waren automatisch, das mechanische Wiederaufstellen funktionierte recht gut. Die ebenfalls eigentlich automatische Anzeige der gefallenen Kegel funktionierte nur sehr bedingt; wir mussten somit auch nach der Abgabe der Kugel weiterhin konzentriert bleiben, um die Anzahl der Treffer genau zu ermitteln. Also waren wir während der anderthalbstündigen Wettkampfzeit sowohl sportlich als auch geistig und mental aufs Äusserste gefordert. Dennoch blieb etwas Zeit, uns ab und zu einen Schluck zu gönnen. Freundlicher- und verdankenswerter Weise übernahm Lothar diese "Getränkerunde", weil er in der nächsten Woche Geburtstag feiern konnte. 

In der Annahme, dass auf allen drei Bahnen korrekt gezählt, zusammengezählt und abgerechnet wurde, habe ich am Ende die Gesamtpunktzahl gesammelt und daraus die folgenden drei Podestplätze ermittelt. Als Preis lassen wir allen einen herzlichen Applaus zuteil werden.

 

         1. Rang     Koch Hans          434 Punkte

         2. Rang     Weber Robert     336 Punkte

         3. Rang     Siffert Erwin        324 Punkte

Nach dem Aufstieg aus dem Untergrund konnten wir im Restaurant um 19.30 Uhr an coronatauglich gedeckten Tischen Platz nehmen, um die verbrauchten Energiereserven wieder aufzufüllen. Zur Eröffnung dieses zweiten Teils überraschte uns die Küche mit einer kleinen Aufmerksamkeit in Form einer Kürbissuppe, welche mit einem Trinkhalm zu kosten war. Aber Vorsicht: So ist die Zunge schnell verbrannt. Danach wurde uns der bereits bei unserem Ankommen bestellte Teller serviert. Appetit schien vorhanden und alle waren bald zufrieden gestellt. Noch schnell ein Espresso neben dem Bezahlen und schon waren wir wieder für den Aufbruch bereit. Weil niemand den Vorschlag machte zu Fuss zu gehe, kehrten wir gemeinsam mit dem Bus nach Rheinfelden zurück. An einem Freitagabend bereits um 22 Uhr nach Hause zu kommen, dürfte für viele ungewohnt gewesen sein. Aber für einmal, lassen wir auch dies gut sein. Ob wohl diese Nacht alle auf der linken Seite haben schlafen müssen?

Teilnehmer:  Anthes Lothar / Blaser Fritz / Degen Hans-Jörg / Gauch Kurt / Koch Hans / Neeser Willy / Püntener Alois / Raggini Fernando / Schumacher Markus / Siffert Erwin / Spuhler Ludwig / Weber Robert / Widmer Cäsar / Wunderlin Dieter

 

Kegeln ist die Kunst, einen Umsturz zu machen, indem man eine ruhige Kugel schiebt.  Jürgen von Manger

 

... und dann wäre da noch ....

- Alle Anlässe der Turnveteranen, die sonst an dieser Stelle aufgeführt waren, mussten leider abgesagt werden.

 

Ausblick und Dank

In den letzten Jahren konnte ich diesen Bericht oft abschliessen mit der Feststellung, auf ein ganz gewöhnliches, normal verlaufenes Vereinsjahr zurückblicken zu können. In diesem Jahr war ein Virus omnipräsent, das selbst, mindestens zeitweilig, unser Vereinsleben in Unordnung zu versetzen vermochte. Zahlreiche Turnstunden mussten ausfallen, Veranstaltungen mussten abgesagt werden und wenn wir uns dennoch treffen konnten, waren wir aufgerufen, uns den Corona-Regeln zu unterziehen. Doch neben all diesen wenig erbauenden Feststellungen darf ich doch befriedigt konstatieren, dass wir auch in diesem Jahr ohne Unfälle und meines Wissens auch ohne coronabedingte gravierende Krankheiten über die Runden kamen. Gerne wollen wir doch annehmen, dass wir diese positive Randbemerkung nicht zuletzt unserem sportlichen Elan zu verdanken haben. 

Wenn also die vorliegende Vereinschronik nicht durch Normalität gekennzeichnet ist, so darf etwas nicht fehlen: Ein Dankeschön!

Danken möchte ich allen für das gewohnt engagierte und freudige Mitmachen im Turnen und das fröhliche Dabeisein bei den – wenigen – geselligen Anlässen.  

Ein Leben ohne Feste gleicht einer weiten Reise ohne Heimkehr.
Demokrit /Griechischer Philosoph

An dieser Stelle muss ich noch einen persönlichen Einschub machen. Der Einladung im September nach der Turnstunde bei mir im Zelt, das für meine Geburtstagsfeier mit der Familie aufgestellt war, einzukehren, sind ganz viele Kameraden gefolgt. Mit eurem Kommen habt ihr meinen Siebzigsten wunderbar bereichert. Neben vielen guten Wünschen, die ich entgegennehmen durfte, habt ihr mich auch mit einem tollen Geschenkgutschein, den ich gerne zusammen mit Greti einlösen werde, überrascht. Ich werte diese überaus schöne Geste als Anerkennung. Sie ist mir Ansporn und Verpflichtung mich weiterhin für den MTV einzusetzen. Nochmals vielen herzlichen Dank.

Ich danke aber auch allen für das Mittragen der oft kurzfristig veranlassten Absagen oder Verschiebungen, respektive für das unaufgeregte Akzeptieren von Veränderungen und Vorschriften. Hier ist aber auch ein besonderer Dank an die Kollegen vom Vorstand anzubringen. Ich konnte mich immer auf deren Rückmeldungen verlassen und auf deren Vorschläge abstützen, wenn es galt, kurzfristig auf die sich abzeichnenden Veränderungen zu reagieren. Peter und Erwin gebühret ein extra Dankeschön, mussten sie doch in ihrem jeweiligen Ressort besondere Flexibilität und Kreativität zeigen. Schliesslich wollen wir aber auch in diesem Jahr, in dem das Turnen etwas zu kurz kam, nicht vergessen unserem Leitungsteam bestens zu danken. Diana, Erwin und Lothar hatten sich immer darauf vorbereitet, abwechslungsreiche, sportlich ausgewogene und attraktive Turnanlässe zu bieten. Dass ihr Bemühen oft für die Katz sein sollte, wussten sie oft im Voraus nicht und lag bestimmt nicht an ihrem guten Willen. Hoffen wir, dass es im nächsten Jahr für uns alle besser ausschauen wird. Gehen wir davon aus, dass wir uns wieder in gewohnter Weise treffen können, sei es zum Turnen oder beim geselligen Zusammensein. In diesem Sinne wünsche ich allen alles Gute.

 

Hans-Jörg

 

 

Nachtrag

Dieser Bericht, so steht es am Anfang, wird üblicherweise zuhanden der Generalversammlung verfasst. Allerdings haben wir uns anlässlich der Vorstandssitzung im November 2020 entschieden, auf die physische Durchführung einer Versammlung zu verzichten und die nächste GV in elektronischer Form durchzuführen. Dies ist durch die Sonderregelung für Versammlungen von Gesellschaften gemäss COVID-19-Verordnung 2 erlaubt, obwohl diese Form nicht explizit in unseren Statuten vorgesehen ist.